Nordstahl
Öl und Blut — Cover

NORDSTAHL / 5:54

Öl und Blut

Aus Maschinenherz ↗

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Maschinenherz

Original Lyrics

[Intro – schwere, groovende Riffs, tropfende Geräusche]
[Tief, langsam gesprochen]
Die Maschine braucht zwei Dinge um zu laufen:
Öl für die Zahnräder.
Blut für die Bilanzen.

[Strophe 1 – drückend, groovend]
Siehst du die Hände, rissig, schwarz?
Sie greifen Kohle, greifen Quarz
Für einen Lohn der niemals reicht
Damit ein Anzug oben steigt
Die Fabrik frisst Zeit und Fleisch
Spuckt Produkte aus, macht Herren reich
Der Arbeiter hustet Staub und Dreck
Der Direktor fährt im Benz weg

[Refrain]
Öl und Blut! Das schmiert den Laden!
Öl und Blut! Die Herren baden
In dem Schweiß der kleinen Leute
Gestern, morgen, auch noch heute
Öl und Blut! Der alte Pakt!
Einer zahlt und einer sackt ein – Fakt!

[Strophe 2]
Im Keller stapeln sich Geschenke
An die richt'gen Leute – denke!
Ein Umschlag hier, ein Handschlag dort
Die Gesetze? Nur ein leeres Wort
Der Prüfer kam, der Prüfer ging
Der Prüfer fand kein einzig' Ding
Sein neues Auto glänzt so schön
Woher das Geld? – Nicht drüber red'n

[Refrain]
Öl und Blut! Das schmiert den Laden!
Öl und Blut! Die Herren baden
In dem Schweiß der kleinen Leute
Gestern, morgen, auch noch heute
Öl und Blut! Der alte Pakt!
Einer zahlt und einer sackt ein – Fakt!

[Bridge – bitter, zynisch]
Man nennt es Wirtschaft
Man nennt es Wachstum
Man nennt es Fortschritt
Ich nenn' es Raubtum
Für jede Villa an der See
Liegt einer krumm, gebeugt im Schnee
Für jeden Champagner, jedes Boot
Stirbt irgendwo ein Traum den Hungertod
Das ist kein Fehler im System
Das IST das System
So funktioniert's
So war's gedacht
Von denen die es haben...
...gemacht

[Instrumental – schwer, wütend]

[Strophe 3 – aufwühlend]
Und wenn die Knochen endlich brechen
Wenn die Lungen nicht mehr sprechen
Dann heißt es: Pech gehabt, mein Freund
Hättste mal was andres angestrebt
Der nächste wartet schon am Tor
Mit Hoffnung, dumm und ohne Ohr
Für die Geschichten der Kaputten
Die vor ihm schon hier verblut'ten

[Refrain – maximale Wucht]
Öl und Blut! Wir sind der Treibstoff!
Öl und Blut! Bis in den Sarg, Hof!
Sie nennen's Arbeit, nennen's Pflicht
Wir nennen's Diebstahl – ins Gesicht!
Öl und Blut! Die Rechnung kommt!
Irgendwann zahlt jeder – auch der der verschont!

[Breakdown – langsam, jedes Wort ein Schlag]
WER SCHMIERT DIE RÄDER? – WIR!
WER ZAHLT DEN PREIS? – WIR!
WER STIRBT IM DRECK? – WIR!
WER KRIEGT DEN SCHECK? – DIE!
WER BAUT DIE SCHLÖSSER? – WIR!
WER WOHNT DARIN? – DIE!
WER GRÄBT DIE GRÄBER? – WIR!
WER LIEGT DARIN? – WIR!

[Outro – langsam ausklingend, bedrohlich]
[Ruhiger, kalt]
Sie sagen: So läuft die Welt
Sie sagen: War schon immer so
Sie sagen: Kannst nichts ändern
[Pause]
Ich sage: Die Maschine läuft
Weil wir sie laufen lassen
Ich sage: Das Öl fließt
Weil wir die Kannen halten
Ich sage: Das Blut tropft
Weil wir die Wunden öffnen
[Langsam lauter werdend]
Was wenn wir aufhören?
Was wenn wir stehen bleiben?
Was wenn das Öl versiegt?
Was wenn das Blut gerinnt?
[Schrei]
DANN STIRBT DIE MASCHINE – NICHT WIR!
[Abrupte Stille]
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